Corinna unter Gleichgroßen

Tobi in Korea: Jeju

Freitag, 17.02.2012

Jeju ist eine Vulkaninsel Südlich des Festlandes von Korea. Sie ist die größte Insel Südkoreas und hat mit dem Vulkan Hallasan (1950m) den höchsten Berg Südkoreas.

Am Mittwoch, den 8. Februar sind wir in Jeju-si, der Hauptstadt der Insel Jeju angekommen. Von dort ging es mit dem Bus weiter nach Seogwipo, einer Stadt an der Südküste der Insel. Hier sieht alles ein bisschen so aus, als wäre es vor 10 Jahren zur WM in Korea gut gepflegt worden, und seit damals vernachlässigt worden. Der Eindruck wurde bestimmt durch bewölkten Himmel und Schneegestöber noch verstärkt.

Am Tag der Ankunft haben wir es uns erstmal im Hostel gemütlich gemacht und sind abends dann ein bisschen die Stadt erkunden gegangen. Zum Abendessen gab es eine von Jejus Spezialitäten: Fleisch vom schwarzen Schwein, das man selbst am Tischgrill zubereitet. Sehr lecker. Später sind wir die Hafenpromenade entlang spaziert, in der Hoffnung auf eine nette Bar. Leider ist Seogwipo um die Jahreszeit ziemlich verlassen.  

Am nächsten Tag war das Wetter dann wunderschön, was die ganze Stadt gleich freundlicher gemacht hat.

Hafen Leuchtturm

Trotz winterlicher Kälte hat der Frühling hier schon angefangen.

Wir haben einen Spaziergang zum Wasserfall Jeongbang-po gemacht, dem wohl einzigen Wasserfall Asiens, der direkt im Meer landet.

unterwegs

Später sind wir dann noch ein bisschen durch die Stadt gestreift und haben doch noch eine nette Fußgängerzone mit vielen Restaurants und auch schönen Bars entdeckt.   Trotzdem haben wir uns entschieden, den Rest der Zeit lieber in Jeju-si zu verbringen, wohin wir dann am Freitagmorgen aufgebrochen sind. Hier hatten wir ein wirklich schönes Zimmer nahe der City Hall in einer belebten Gegend. Die Mitarbeiter des Hostels waren sehr nett und hilfsbereit und haben uns Tipps für unsere geplante Wanderung auf den Hallasan gegeben.  

Am Samstag mussten wir dann in aller Frühe raus, um mit dem Bus zum Anfang des Songpanak Trails auf den Gipfel des Hallasans zu kommen. Nach 8 Uhr lassen die Betreiber des Nationalparks rund um den Hallasan wohl niemanden mehr starten, um sicher zu gehen, dass alle vor Einbruch der Dunkelheit wieder unten sind.

Gestartet haben wir auf ca. 700m, wo schon grob geschätzt ein halber Meter Schnee lag. Damit das Ganze nicht zur Rutschpartie ausartet haben wir uns noch  mit Spikes ausgerüstet, die man an die Bergschuhe schnallen kann - eine gute Entscheidung! Zusammen mit Unmengen Koreanern gings dann anfangs im Gänsemarsch den Berg hinauf. Ich hätte nie erwartet, dass im Februar so viel los sein würde!  

Winterwunderland das ferne Ziel Gipfelsturm! Krater Ausblick - bis zum Meer

Nach knapp 4 1/2 Stunden haben wir den Gipfel mit dem beeindruckenden Krater erreicht. Vom Kratersee war wegen des Schnees zwar nichts zu sehen, aber wir hatten eine wunderschöne Aussicht. Wir hatten auch während der ganzen Wanderung wunderschönes Wetter mit Sonnenschein. Es war zwar kalt, besonders auf dem Gipfel, aber wir waren warm angezogen.  

Den Abstieg haben wir dann über den Gwaneum-sa Trail gemacht, der weniger überlaufen war. Hier wäre es ohne Spikes wirklich schwer gewesen auf den Füßen zu bleiben.  

Nach 3 Stunden Abstieg sind wir müde aber zufrieden unten angekommen, wo glücklicherweise gleich ein Bus fast bis vor unsere Haustür fuhr.  

Dummerweise haben wir Sonnencreme vergessen und hatten dann beide dank strahlendem Sonnenschein und reflektierenden Schneemassen einen ordentlichen Sonnenbrand.  

Am Sonntag sind wir mit dem Bus zur Lavahöhle Manjanggul gefahren, die zu den längsten zusammenhängenden Lavahöhlensystemen der Welt gehört. Leider ist nur etwa 1km für Besucher freigegeben. Trotzdem war es sehr schön und interessant, und die kalt-feuchte Luft war besonders im sonnenverbrannten Gesicht angenehm.

Später sind wir dann noch zum Seongsan Ilchulbong gefahren, einer vulkanisch entstandenen Erhebung im Meer, die durch eine Landzunge mit der Insel Jeju verbunden ist. Sie ist 180m hoch und hat in der Mitte einen großen Krater. Da sie östlich der Insel gelegen ist, und man traditionell vor Sonnenaufgang hinaufsteigt wird sie auch Sunrise Peak genannt.Für uns war es aber eher der Sunset Peak.

Krater Ilchulbong Aussicht bunte Dächer  

Am Montag haben wir uns morgens noch einen Schrein angeschaut, der an der Stelle errichtet wurde, an der nach einer Legende die drei "Ursprungs Jejuaner" aus drei Löchern in der Erde kamen. Der Legende nach lebten sie von der Jagd, bis sie drei Prinzessinnen heirateten, die ihnen die Landwirtschaft beibrachten. Seitdem lebt die Insel von der Landwirtschaft.  

Schrein

Um die Mittagszeit ging dann unser Flug nach Busan, wo wir den Rest von Tobis Urlaub verbringen.  

Tobi in Korea: Seoul

Dienstag, 14.02.2012

Am Sonntag, den 5. Februar ist Tobi in Seoul am Flughafen angekommen. Für mich hieß das: früh aufstehen, Rucksack aufschultern und mit dem Zug nach Seoul. Nachdem ich Tobi dann um die Mittagszeit vom Flughafen abgeholt habe ging es erstmal in unser Hostel in Hongdae. Wir hatten ein schönes, großes Zimmer mit eigenem Bad - super! Abends haben wir uns mit Sophie und ihrem Freund Robert getroffen, die auch gerade in Seoul waren. Gemeinsam sind wir durch Myeong-dong geschlendert, ein buntes Stadtviertel voller Shoppingmöglichkeiten, Restaurants, Cafés und Bars.

Am Montag haben wir uns dann zu zweit das Bukchon Village angeschaut, einen Stadtteil Seouls, in dem viele traditionelle koreanische Häuser stehen, so genannte hanoks.

Später waren wir dann in einer der vielen großen Palastanlagen der Stadt, dem Gyeongbokgung Palast.

Den Abend haben wir dann in Hongdae verbracht, einem Studentenviertel mit vielen netten Bars und Restaurants. Am Dienstag sind wir nochmal nach Myeong-dong gefahren. Nach dem Frühstück in einem Café, wo wir ein kleines, rosarotes Separee für uns bekommen haben, war erstmal Shoppen angesagt.

rosa Café I rosa Café II

Danach gings auf den N Seoul Tower. Der Turm ist 236,7m hoch, die Aussichtsplattform ist auf 138m. Da der Turm auf einem Hügel in der Stadt steht hat man eine schöne Aussicht auf die Stadt und bekommt ein Bild davon, wie riesig Seoul ist. Von oben haben wir dann den Sonnenuntergang angeschaut und beobachtet, wie die Stadt langsam zu leuchten begann.

Am Mittwoch  ging die Reise dann weiter, wir mussten früh raus und zum Flughafen, um auf die Insel Jeju zu fliegen.

Es wird mal wieder Zeit...

Samstag, 04.02.2012

… endlich einen neuen Blogeintrag zu schreiben! Vor ein paar Wochen war für dieses Semester unsere letzte ICEA-Aktivität mit unseren tollen Koreanern. Es war wieder ein Wochenendtrip, diesmal nach Gyeongju, einer alten Stadt, die bis ins 9. Jahrhundert die Hauptstadt des damaligen "Silla"-Königreiches war. Dieses erstreckte sich über einen Teil Südkoreas. In Gyeongju haben wir den Samstagnachmittag in einem Vergnügungspark verbracht.  Es gab echt einige gute Fahrgeschäfte und wir hatten auch mit dem Wetter Glück, allerdings wurde es gegen Ende, als die Sonne langsam unterging ziemlich kalt.

Freier Fall

Der extra gemietete Bus hat uns dann alle in ein Haus in sehr Ländlicher Gegend gebracht, wo wir uns erstmal an der Fußbodenheizung aufgewärmt haben. Leider blieb die Heizung die ganze Nacht an und war ziemlich heiß, was das koreanische Schlafen auf dem Fußboden nicht gerade angenehmer machte.

Aufwärmen I Aufwärmen II

Am Sonntag haben wir uns dann noch eine große, schöne Palastanlage angeschaut.

Park am Palast

Mittlerweile habe ich meine letzte Vorlesung in Korea hinter mir, eine Prüfung bei einem deutschen Professor kommt noch auf mich zu, die werde ich aber erst in Berlin ablegen. In den letzten Tagen habe ich mich dann um organisatorisches gekümmert. Da dieses Programm eigentlich für ein ganzes Jahr vorgesehen ist, ich aber nur ein Semester bleibe, habe ich leider unerwartet viele Module nicht abschließen können. Wir haben zwar alles am Anfang mit dem verantwortlichen Professor besprochen, aber leider läuft hier vieles eher chaotisch und man kann sich auf Aussagen nicht immer verlassen. So muss ich also einiges in Berlin nachholen.

Ich bin trotzdem froh, dass ich es gewagt habe, in so ein doch ziemlich fremdes Land zu gehen und habe die Zeit auch sehr genossen. Jetzt bleibt mir noch etwas über ein Monat Freizeit - Mitte März geht’s wieder zurück nach Berlin!

Morgen fahre ich mit dem Zug nach Seoul, wo ich Tobi vom Flughafen abholen werde. Er ist dann für zwei  Wochen bei mir in Korea! Wir werden einige Tage in Seoul verbringen, dann auf die Insel Jeju fliegen und dann noch einige Tage in Busan sein - dann werde ich sicher wieder was zu erzählen haben.

Frohes Neues Jahr - Happy New Year - 새해 복 많이 받으세요!

Montag, 02.01.2012

Nach dem ich über Weihnachten eine Woche zu Hause war, gings zu Silvester dann wieder zurück nach Korea. In der Woche "Heimaturlaub" habe ich besonders das Essen genossen (kein Reis!) und natürlich das Zusammensein mit Freunden, Familie, Tobi...

Neben den üblichen Weihnachtsfeierlichkeiten und Treffen mit Freunden war auch ein Tag Snowboarden am Arlberg angesagt. So hab ich doch noch eine Menge Schnee gesehen, nach dem sogar in Aulendorf keine weißen Weihnachten waren.

Am 29. Dezember gings dann wieder zurück nach Busan, wo ich am 30. morgens ziemlich müde angekommen bin.

Nach ausführlichem Vor- bis Nachmittagsschlaf war ich dann abends doch noch dazu in der Lage, mich mit Freunden aus dem ICEA zu treffen, um uns schonmal aufs neue Jahr zu freuen. Hier ist es wohl durchaus üblich, schon kurz vor Jahreswechsel aufs neue  Jahr anzustoßen.

Zu Silvester war ich zuerst mal mit einigen anderen deutschen Essen, danach ging es nach Nampo, wo auf einem großen Platz, dem Yongdusan Park am Busan Tower um Mitternacht eine riesige Glocke geschlagen wurde. Danach gabs Feuerwerk und da 2012 das Jahr des Drachen ist flog ein riesiger drachenförmiger Papierballon über den Platz - sehr beeindruckend!

unter dem Dach ist die GlockeKonfetti-KanonenHappy New Year!

Später führte unser Weg noch in eine Bar und danach in einen Club - und zum Abschluss haben wir auf dem Dach des Wohnheims den Sonnenuntergang angeschaut. (Allerdings haben uns Wolken und Nebel da einen Strich durch die Rechnung gemacht - so richtig eine Sonne war nicht zu sehen, es wurde einfach nur hell…)

Noch ein interessanter Fakt, für den ich allerdings etwas ausholen muss: Das Alter des Gegenübers spielt hier in Korea eine wichtige Rolle - man muss immer wissen wer älter und wer jünger ist als man selber, damit man sich angemessen respektvoll oder fürsorglich verhalten kann. Das gilt in abgeschwächter Form auch unter Studenten. Nun kommt aber, nach dem man sein Alter verraten hat, oft die Frage, ob das das internationale oder das koreanische Alter ist. Koreaner sind schon bei ihrer Geburt ein Jahr alt und werden bei jedem Jahreswechsel (nicht zum Geburtstag!) ein Jahr älter. Also ist seit gestern jeder Koreaner ein Jahr äter!

Somit bin ich auf Koreanisch jetzt 24, obwohl ich in der internationalen Zählweise (also auch unserer) erst 22 bin!

… ich hoffe ihr hattet alle einen guten Jahreswechsel und habt schön gefeiert! Ich wünsche allen ein schönes und erfolgreiches 2012!

새해 많이 받으세요!   [saehae bog manh-i bad-eseyo!]

Nach dem ich über Weihnachten eine Woche zu Hause war, gings zu Silvester dann wieder zurück nach Korea. In der Woche "Heimaturlaub" habe ich besonders das Essen genossen (kein Reis!) und natürlich das Zusammensein mit Freunden, Familie, Tobi... Neben den üblichen Weihnachtsfeierlichkeiten und Treffen mit Freunden war auch ein Tag Snowboarden am Arlberg angesagt. So hab ich doch noch eine Menge Schnee gesehen, nach dem sogar in Aulendorf keine weißen Weihnachten waren. Am 29. Dezember gings dann wieder zurück nach Busan, wo ich am 30. morgens ziemlich müde angekommen bin. Nach ausführlichem Vor- bis Nachmittagsschlaf war ich dann abends doch noch dazu in der Lage, mich mit Freunden aus dem ICEA zu treffen, um uns schonmal aufs neue Jahr zu freuen. Hier ist es wohl durchaus üblich, schon kurz vor Jahreswechsel aufs neue  Jahr anzustoßen. Zu Silvester war ich zuerst mal mit einigen anderen deutschen Essen, danach ging es nach Nampo, wo auf einem großen Platz, dem Yongdusan Park am Busan Tower um Mitternacht eine riesige Glocke geschlagen wurde. Danach gabs Feuerwerk und da 2012 das Jahr des Drachen ist flog ein riesiger drachenförmiger Papierballon über den Platz - sehr beeindruckend! Später führte unser Weg noch in eine Bar und danach in einen Club - und zum Abschluss haben wir auf dem Dach des Wohnheims den Sonnenuntergang angeschaut. (Allerdings haben uns Wolken und Nebel da einen Strich durch die Rechnung gemacht - so richtig eine Sonne war nicht zu sehen, es wurde einfach nur hell…) Noch ein interessanter Fakt, für den ich allerdings etwas ausholen muss: Das Alter des Gegenübers spielt hier in Korea eine wichtige Rolle - man muss immer wissen wer älter und wer jünger ist als man selber, damit man sich angemessen respektvoll oder fürsorglich verhalten kann. Das gilt in abgeschwächter Form auch unter Studenten. Nun kommt aber, nach dem man sein Alter verraten hat, oft die Frage, ob das das internationale oder das koreanische Alter ist. Koreaner sind schon bei ihrer Geburt ein Jahr alt und werden bei jedem Jahreswechsel (nicht zum Geburtstag!) ein Jahr älter. Also ist seit gestern jeder Koreaner ein Jahr äter! Somit bin ich auf Koreanisch jetzt 24, obwohl ich in der internationalen Zählweise (also auch unserer) erst 22 bin!

Weihnachtsstimmung

Sonntag, 18.12.2011

Korea ist das einzige ostasiatische Land, in dem Weihnachten ein offizieller Feiertag ist (Quelle: Wikipedia Zwinkernd). Immerhin sind fast 30% der Koreaner Christen, aber auch nicht-christliche Koreaner freuen sich über Weihnachtsschmuck. Weihnachten ist hier eher ein Tag der Pärchen als der Familie. Weihnachtsmärkte, Glühwein und Plätzchen gibt es zwar nicht, a  ber die Einkaufsstraßen sind weihnachtlich beleuchtet. Und wenn es ums Beleuchten und Dekorieren geht, wird hier nicht gespart! Hier ein paar Eindrücke aus Nampo, einem der großen Einkaufsviertel Busans:

Weihnachtstauben Weihnachts-Giraffen, sie können auch leuchten! WeihnachtspinguineWeihnachtseisbärenund nicht zu vergessen: Weihnachtsschwäne

Am Donnerstag Abend, nachdem wir einen Prüfungs- und Vorlesungsmarathon hinter uns gebracht hatten, gings für uns ins Deutsche Haus in Nampo-dong, wo zu Glühwein und Christstollen Die Feuerzangenbowle gezeigt wurde. Da kann richtig Weihnachtsstimmung auf, und in so weiter Ferne schmeckt Glühwein gleich noch viel besser!

Gestern, Samstag Abend haben wir dann bei uns in der Uni eine kleine Weihnachtsfeier unter deutschen Studenten der TU und FAU veranstaltet, mit Glühwein, Plätzchen, Weihnachtsgedichten, Wichteln und sogar einem kleinen Plastik-Weihnachtsbaum!

Jetzt bin ich schon so richtig in Weihnachtsstimmung und habe noch ein paar Tage Zeit, um hier Weihnachtsbesorgungen zu machen, bevor es am Donnerstag für eine Woche nach Deutschland zu meiner Familie geht!

Ich freu mich schon wie verrückt! =)

Membership Training, Sportsday, Fisch und Farben

Montag, 21.11.2011

Am Wochenende vom 12.11. war vom ICEA aus ein so genanntes "Membership Training" geplant. Wir haben uns am Samstag Morgen getroffen, um zusammen mit einem eigens gemieteten Bus Richtung Norden zu fahren.

In der Nähe von Daegu, der viertgrößten Stadt des Landes, haben wir den "Wine Tunnel" besichtigt. Hier wird (so etwas ähnliches wie) Weißwein aus Kakis hergestellt und gelagert.

Kaki-Baum

Wir haben es uns natürlich nicht nehmen lassen, eine Flasche davon und zwei Käseplatten zu bestellen. An richtigen Käse kommt man hier nicht so leicht und wenn dann nur für viel Geld.  

Danach gab es zum Mittagessen Gimbab für alle, das sind Reisrollen ähnlich wie Sushi, nur ohne Fisch.

Gestärkt gings dann mit dem Bus weiter bis zu einer kleinen Siedlung, wo wir ein ganzes Haus für uns hatten. Hier gab es dann erstmal ein Paar Gesellschaftsspiele im Garten, danach wurde noch gegrillt (im November!).

Die drei vorhandenen Schlafräume waren schnell ohne groß zu planen eingeteilt: in Mädchen, Jungs, und Ausländer ;)

Der Abend wurde dann mit Bier, Soju und viel Essen verbracht. Hier ist es üblich, immer und überall Essen zu servieren. Egal ob man gerade erst Abendessen hatte, zur ersten Runde Bier kommt dann auch gleich noch ein Teller Essen für alle! Hungern können wir mit unseren koreanischen Freunden also definitiv nicht.

Geschlafen wurde, wie in Korea nicht unüblich, einfach auf den Boden, was für uns durchaus ungewohnt war, aber immerhin gibt es hier in jedem Haus auch Fußbodenheizung. So war es zwar nicht weich aber doch warm.

Am nächsten Tag wurden wir relativ früh zum Früstück geweckt (welches aus Ramyeon - typischen Asia-Fertignudeln bestand). Als wir dann nach und nach alle einigermaßen wach waren gingen wir noch zu einer großen Tempelanlage vor Bergpanorama.

In der folgenden Woche war ich dann noch einmal mit lernen beschäftigt, am Freitag war die Prüfung in PCM II. Sie ist gut gelaufen und ich bin so froh, es hinter mir zu haben! Die nächsten Wochen werde ich erstmal meine Freizeit genießen! Zur Feier des Tages waren wir am Freitag Abend in Seomyeon unterwegs.

Am Samstag fand der "International Sportsday" unserer Uni statt, wir haben alle Sweatshirts bekommen und wurden in zwei Teams aufgeteilt, die dann in Spielen wie Seilhüpfen oder Wolldeckenvolleyball gegeneinander angetreten sind. Mit Sport hatte das alles nicht sehr viel zu tun, Spaß hatten wir trotzdem.

Abends haben wir uns mit anderen deutschen Studenten von der Uni Erlangen getroffen, um zusammen am Jagalchi Fischmarkt zu Abend zu essen. Dort sind Unmengen Stände mit Meeresgetier aller Art, größtenteils noch lebend.

Man sucht sich dann aus was man will, und bekommt es dann roh als "Sashimi" (die koreanische Variante von Sushi) oder gegrillt serviert.

Mir schmeckts gegrillt besser, aber lecker war eigentlich alles, obwohl ich nicht mal ein großer Fischfan bin. Aber immerhin kann man sich sicher sein, dass alles absolut frisch ist.

Gestern stand dann wieder ein Treffen mit dem ICEA an. Wir durften zusammen eine graue Autobahnwand gegenüber von Wohnhäusern bemalen. Ich hab mir das alles sehr chaotisch vorgestellt, und war etwas besorgt, dass die Anwohner dann jeden Tag unser Geschmiere sehen müssen, aber es ist doch ganz ansehnlich geworden. Wir wurden in Teams von ca. 5 Leuten eingeteilt und jedes Team hat sich einen Wandabschnitt vorgenommen. Es gab dann auch einige Motive als Anregung.

Die Anwohner haben uns pausenlos mit Kaffee und Tee versorgt und auch Essen gab es natürlich wieder genug. Irgendwann kamen dann auch ein paar Kinder aus der Nachbarschaft, die uns beim Malen geholfen haben, das war echt süß!

Das einzige Problem war die Kälte. Bis Samstag war es noch relativ warm, meistens um die 17°C, aber gestern hat es dann ziemlich abgekühlt, und so mussten wir den ganzen Tag bei schätzungsweise 10°C draußen verbringen. Und das ist das Ergebnis:

Pepero Day

Freitag, 11.11.2011

Der 11.11. ist hier in Korea sowas wie der Valentinstag. Der Tag beruht auf einer Idee der Firma Lotte. Diese stellt die so genannten "Peperos" her, die sind so ähnlich wie bei uns "Mikado".

Da 4 dieser Stangen wie 11/11 aussehen, schenken sich Pärchen oder Freunde am 11.11. Peperos.

Kluge Idee von Lotte: 55% des Umsatzes, den die Firma mit Peperos macht, werden rund um den 11.11. gemacht. Und dieses Jahr ist das ganze wohl noch ausgeprägter, schließlich haben wir den 11.11.11, den "Millenium Pepero Day"!

Die Firma Lotte ist übrigens sehr bekannt und beliebt in Korea. Bei uns fände man es doof, dass alles vom gleichen Großkonzern hergestellt wird, und es würde wohl auch niemand bei einem "Milkaherzen-Tag" oder so mitmachen. Hier hört man bei Baseballspielen von durch Lotte gesponserte Mannschaften Lotte-Fangesänge.

Lotte ist übrigens eine Japanisch-Koreanische Firma und benannt nach Charlotte aus Goethes Werther.

In diesem Sinn: einen schönen Pepero Day! 

Lebenszeichen

Mittwoch, 09.11.2011

Nachdem ich jetzt so einige Klausuren hinter mich gebracht habe wird’s endlich mal wieder Zeit für einen Eintrag! Also hier ein kleiner Rückblick:

Die Woche vom 17. Oktober fing an mit einer Prüfung in Zellbiologie, die letzte die wir noch für letztes Semester aus Berlin schreiben mussten. Danach konnte ich mir wieder mehr Freizeit leisten, die mit ausführlichem Shoppen und Bummeln durch die Stadt verbracht wurde.

Das Wochenende wurde dann sehr entspannt mit einem Besuch im Hot Spa (das ich ja schon mal beschrieben habe) eingeleitet.

Am Samstagabend haben wir uns dann zusammen mit Youjung und Clara, zwei tollen Koreanerinnen, den Startschuss zum Busan Firework Festival angeschaut - es war sooo schön! Das Feuerwerk wurde vom Meer aus gestartet und von Musik untermalt - und wir haben alles vom Strand aus genossen! Der ganze Spaß hat fast eine Stunde gedauert und war wirklich beeindruckend.

Danach ging's dann noch zu einer Uniparty einer anderen Uni. Die Party fand in der Turnhalle statt und es war für meinen Geschmack relativ leer, aber Spaß gemacht hat's trotzdem. Es sind sogar in Korea relativ bekannte Künstler aufgetreten.

In der Folgenden Woche (vom 26. Oktober) ging's dann mit einer weiteren Blockveranstaltung los, weswegen die Freizeit auch schon wieder knapper ist. Wir haben momentan (fast) jeden Tag von früh bis spät Physikalisch-Chemische Messmethoden II (PCM II). Das Thema ist echt interessant, aber es ist einfach anstrengend, den ganzen Tag nur ein Fach zu haben…

Vorletzten Freitag waren wir von einigen Koreanern zu einer Halloween-Party eingeladen. Bei der Deko haben sie sich sooo viel Mühe gegeben, das war echt süß!

Danach ging's noch Chicken essen und später in eine Bar… ein lustiger Abend ;)

  im Tisch integrierter Bierkühler

Vorletzten Samstag habe ich dann zusammen mit Youjung versucht, nochmal ein großes (noch größeres) Feuerwerk anzuschaun… Da es geregnet hat habe ich eigentlich mit weniger Leuten gerechnet, aber es war so voll, dass wir nicht mal zur Strandpromenade vordringen konnten! Nach einigem Gedränge und viel Regen haben wir uns dann doch gegen das Feuerwerk und für eine leckere Sweet Potatoe Latte (warme Milch mit Süßkartoffel - viel leckerer als es klingt!) in einem netten kleinen Caffee entschieden.

Später haben wir uns dann noch mit Micha, Jonny und Robert in Seomyeon getroffen, um in eine Bar zu gehen. Dort lief dann seltsamerweise ein Bundesliga-Fußballspiel. Die Mannschaftsnamen waren allerdings auf Koreanisch angezeigt - bis wir "Bolpsbulrk" als Wolfsburg erkannt haben, hat es eine Weile gedauert! (Die andere Mannschaft war übrigens Herta BSC).

Letzte Woche war dann wieder von früh bis spät mit Uni gefüllt, da blieb nicht viel Freizeit. Am Freitagabend haben wir uns wieder ein Mal mit einigen Koreanern getroffen, sind mit ihnen Essen und in verschiedene Bars gegangen und haben unter anderem Makgeolli getrunken, milchigen koreanischen Reiswein.

Am Samstag ging's dann nach einem späten Mittagessen/Frühstück nach Nampo-dong, ein bisschen einkaufen und bummeln. Dort gibt es den berühmten Jagalchi-Fischmarkt, den ich mir unbedingt auch noch ansehen will. Hoffentlich komm ich bald mal dazu!

So, dann bin ich jetzt tatsächlich bei dieser Woche angekommen!

Am Montagabend hat Micha ein richtig cooles Restaurant in Seomyeon ausfindig gemacht. Er wollte nicht verraten, was es ist, also ging's voller Spannung los! Das Restaurant war in einer in den Berg geschlagenen Höhle! Die Atmosphäre war echt super, es war zwar alles etwas feucht und es ist Wasser die Wände runter getropft aber es war wirklich schön! Und das Essen und der Reiswein waren auch lecker.

Gestern waren wir dann den ganzen Tag im Labor wegen unseres PCM-Praktikums… das könnte durchaus spannender sein aber naja, nur noch nächste Woche und dann ist ein weiteres Fach abgeschlossen!

Morgen und übermorgen haben wir frei, mal sehen was ich dann so unternehme! Ich versuch auf jeden Fall wieder öfter zu schreiben, es ist nämlich gar nicht so einfach alles zu rekonstruieren ;)

Bis bald!

Wochenende der Festivals!

Sonntag, 16.10.2011

Letze Woche hab ich endlich die mündliche Prüfung in medizinischer Biotechnologie hinter mich gebracht, und deshalb jetzt endlich mal wieder Zeit, euch von meinen Erlebnissen zu erzählen:

Nachdem wir letzen Freitag unsere Vorträge in medizinischer Biotechnologie gehalten haben, die uns über die Woche beschäftigt haben, konnten wir uns am Wochenende wieder einmal ein bisschen Freizeit gönnen. Es standen zwei Programmpunkte an: am Freitagabend ein Treffen mit den Koreanern vom ICEA, um mit ihnen zusammen das Busan International Film Festival (BIFF) zu besuchen, und am Samstag ein Ausflug nach Jinju, eine alte Stadt ca. 90km westlich von Busan. Hier fand bis zum Wochenende ein Lichterfestival statt.

Der Abend am Busan International Film Festival wurde von Konzerten von 4 koreanischen Popstars eingeleitet. Alles wohl in Korea bekannte Leute, aber wir kannten natürlich niemanden. Interessant war das Ganze auf jeden Fall. Danach gings los, es wurde ein indischer Film gezeigt. Er war ganz gut, nur leider war die ganze Veranstaltung open air, was wir vorher nicht wussten, dementsprechend waren wir am Ende alle ein bisschen durchgefroren. Schön wars trotzdem!

Am Samstag haben wir uns dann nachmittags mit dem Bus auf den Weg nach Jinju gemacht und kamen in der Abenddämmerung dort an. Die Fahrt hat sich wirklich gelohnt! Fluss und Ufer waren voller Lichter, an den Uferpromenaden gab es an verschiedenen Ständen Köstlichkeiten zu kaufen und gekrönt wurde der Abend dann noch von einem Feuerwerk! Alles in allem war der Ausflug bunt, leuchtend, schön und ein bisschen verrückt!

Die folgende Woche war dann wieder eher vom lernen geprägt, am Montag (morgen) steht noch eine Klausur an, danach wird’s hoffentlich etwas entspannter…

Labor, Strand und Berg

Montag, 03.10.2011

Das Labor

Letzten Dienstag fand die feierliche Eröffnung eines Algenlabors hier an der Dongseo University statt. Dieses Labor ist ein Kooperationsprojekt der TU Berlin und der Dongseo University.

Wir wurden gebeten, uns schick zu machen und 1 1/2 Stunden früher zu erscheinen, was uns dort erwartete hat uns dann etwas überrascht. Ein aus Deutschland angereister Professor hatte Brot und Wurst mitgebracht, also war für uns erstmal Brote schmieren angesagt! Beziehungsweise, schmieren direkt leider nicht, wir hatten keine Butter…

  

Die Veranstaltung bestand dann aus Reden von Bürgermeister, Uni-Direktor, Professor, es waren außer uns noch ca. 30 koreanische Studenten anwesend. Es wurde von der "weltberühmten" TU Berlin gesprochen, und dem top-modernen neuen Algenlabor. Anschließend folgte die Besichtigung des Labors, das nach deutschen Standards wohl nicht unbedingt als top-modern durchgehen würde, aber die Koreaner übertreiben eben gerne mal.

Danach gabs dann Häppchen für uns Studenten, und die Koreaner haben sich sogar an unsre deutschen Wurstbrote rangetraut!

 

Der Strand

Nachdem wir letzte Woche endlich die Mikrobiologie-Prüfung, die noch aus dem letzten Semester in Berlin anstand, hinter uns gebracht haben, konnten wir Freitag Abend entspannt das Leben genießen. Wir haben uns mit drei Koreanerinnen in der Nähe des Haeundae-Beach getroffen.

Erstmal gabs eine leckere Meeresfrüchte-Pfanne zum Abendessen. Es hat durchaus Vorteile, mit Koreanern essen zu gehen. Sonst bestellen wir oft immer wieder das gleiche, was wir schon kennen, oder nehmen blind irgend was von der Karte und lassen uns überraschen.

  

Danach gings in eine Bar, wo man sich auf einem Gaskocher umsonst Tütennudelsuppen (Ramyeon-Nudeln) machen konnte. Nicht, dass wir noch hungrig waren, aber ausprobieren mussten wirs dann doch.

Später haben wir uns noch gemütlich an den Strand gesetzt, es war wirklich schön!

 

Der Berg

Gestern haben wirs endlich mal geschafft Wandern zu gehen! Unser Ziel war der Godangbong, mit 801,5 Höhenmetern. Auf dem Weg dort hin kamen wir am Beomeosa Tempel vorbei, dem größten buddhistischen Tempel Koreas. Es war eine riesen Anlage und wirklich interessant. Nach einigem Staunen und vielen Fotos gings weiter Richtung Gipfel!

   

Oben angekommen hatten wir eine wunderschöne Aussicht auf Busan, die Berge und das Meer.

Der Abstieg war dann etwas abenteuerlich. Da wir uns erst um 16Uhr wieder auf den Weg Richtung runter gemacht haben und die Sonne hier immer schon kurz nach 18Uhr untergeht mussten wir uns etwas beeilen. Außerdem war der Weg  teilweise ziemlich steil und vorallem rutschig, ich sah zwischenzeitlich so aus als hätte ich mich im Dreck gewälzt… aber schließlich sind wir alle heil, erschöpft und glücklich unten angekommen und waren bei Dämmerung an der U-Bahn-Station.

Heute bedankt sich mein Körper dafür mit Muskelkater! Aber das wars wirklich wert, und es war bestimmt nicht der letzte Berg, den wir hier erklimmen!

Auf dieser Seite werden lediglich die 10 neuesten Blogeinträge angezeigt. Ältere Einträge können über das Archiv auf der rechten Seite dieses Blogs aufgerufen werden.